Thale im Harz

Wissenwertes über Thale am Harz

Thale entstand zu Beginn des 10. Jahrhunderts, erstmals wurde es 936 mit dem benachbarten Kloster Wendhusen erwähnt. Das Kloster geriet unter die Schutzherrschaft des Stiftes in Quedlinburg. Das Kloster wurde 1525 während des Bauernkriegs zerstört.

Ab 1445 lässt sich in Thale eine Eisenhütte nachweisen. Sie wurde 1648 als Berghaus zum Wilden Mann wieder aufgebaut, 1670 jedoch völlig zerstört. 1686 entstand eine kleine Hammerschmiede, aus der sich später eine neue Eisenhütte entwickelte, die besonders durch die Nähe zu Erzvorkommen und Holz begünstigt war. 1831 wurde hier die erste schmiedeeiserne Wagenachse hergestellt. 1835 wurde das älteste Blechemaillierwerk Europas in Thale gegründet. Nach dem Anschluss der Stadt an die Eisenbahn 1862 in Richtung Berlin wuchs der Ort und die Zahl der Arbeiter. Während das Eisenhüttenwerk Thale AG im Jahre 1872 nur 350 Personen beschäftigte, waren es 1905 schon 4400. Vor allem die Emailleproduktion trug zum internationalen Ruf Thales bei, immerhin kam aus dem größten europäischen Emaillierwerk zu Spitzenzeiten 10 % der weltweiten Produktion.

Seit dem 19. Jahrhundert blühte der Fremdenverkehr in Verbindung mit dem später als radonhaltig eingestuftem Wasser der Hubertusquelle auf der Hubertusinsel auf, die 1836 erschlossen worden war.

So besuchten verschiedene Literaten wie Heinrich Heine und Theodor Fontane Thale und das Bodetal und ließen sich in ihren Werken durch die Schönheit und Atmosphäre des Bodetal und der umgebenden Mischwälder, Bergwiesen und Seen inspirieren.

Vor allem Berliner Touristen genossen die Thalenser Sommerfrische. Dies ermöglichte der Anschluss von Thale 1862 an die Eisenbahn aus Wegeleben. 1909 folgte eine Nebenbahn aus Blankenburg (Harz).

1922 erhielt der Ort Thale das Stadtrecht.

Thale im Harz – Sagenhaft und mystisch

Die am nordöstlichen Rand des Harzes gelegene Stadt Thale kann auf eine über tausendjährige Geschichte zurückblicken und ist untrennbar mit dem mystischen Bodetal verbunden. Hier tritt die Bode aus dem Gebirge aus und fließt weiter in das flache Harzer Vorland. Die einzigartigen Ausblicke und Impressionen wurden zudem bereits oft auf Bildern festgehalten.

Um die wildromantische Landschaft mit den schroffen und steil aufragenden Felsformationen von Hexentanzplatz und Rosstrappe ranken sich seit jeher märchenhafte, unheimliche Geschichten und Erzählungen.

Dies brachte dem kleinen beschaulichen Ort Thale den Ruf als wesentlicher Teil des Sagenharzes ein.

Hexentanzplatz und Rosstrappe bei Thale

Zwei Ausflugsziele haben Thale weithin bekannt gemacht: der Hexentanzplatz (451m) und das direkt gegenüberliegende Granitmassiv - die Rosstrappe (403m). Beide Felspartien befinden sich am Ortsrand von Thale und spielen um die Sage der Königstochter Brunhilde, die vom wilden Ritter Bodo verfolgt wurde, der sie gegen ihren Willen heiraten wollte, eine wichtige Rolle. Brunhilde wagte mit ihrem Pferd den mutigen Sprung vom Hexentanzplatz über die tiefe Felsenschlucht des Bodetals. Der Huf, der sich am gegenüberliegenden Felsplateau tief in den Stein einprägte, ist die heutige Rosstrappe. Bodo gelang der Sprung allerdings nicht und er stürzte in den Fluss. Dort muss er, verwandelt in einen schwarzen Hund, die bei dem Sprung verlorene Krone der Königstochter bewachen. Der Hexentanzplatz oberhalb der Stadt Thale bietet dem Besucher somit eine einmalige Mischung aus Mythos, Sage, realer Geschichte und faszinierender Gegenwart. So gibt es die Möglichkeit, den Tierpark Thale, das Erlebnismuseum Harzeum oder die Walpurgishalle zu besuchen, von Mai bis September einer Aufführung im Harzer Bergtheater (eine der ältesten und schönsten Naturbühnen Deutschlands) beizuwohnen oder die Sommerrodelbahn Harzbob Thale hinab zu sausen. Bei einer Fahrt mit der Kabinenbahn oder dem Sessellift der Seilbahnen Thale Erlebniswelt kann die phänomenale Aussicht auf schroffe Felsen, grüne Hänge, imposante Wildwasser und auf die Teufelsmauer, einem der ältesten Naturschutzgebiete Deutschlands, bestaunt werden. Einige Kabinen geben durch Glasböden den Blick in die Tiefen des Bodetals frei.

Walpurgisnacht in Thale

Am 30. April zur Walpurgisnacht, steht die ganze Stadt Kopf und wird von Hexen und Teufeln bevölkert, die den Mai begrüßen und den Winter vertreiben. Große Veranstaltungsbühnen und Showprogramme in der Innenstadt sowie auf dem Hexentanzplatz sorgen den ganzen Tag für Stimmung und Abwechslung. Sehenswert sind schon allein die fantasievoll verkleideten und geschminkten Hexen und Teufel, die man an diesem Tag in Thale und auf dem Hexentanzplatz trifft. Beendet wird die Walpurgisnacht auf dem Hexentanzplatz in jedem Jahr mit einer Teufelsshow und einem Höhenfeuerwerk ab Mitternacht. Die größte Walpurgisnacht im Harz ist mittlerweile ein wahrer Besuchermagnet für kleine und große Gäste.

Ausflugsziele der Stadt Thale und Umgebung

Sehenswert bei einem Besuch der Stadt Thale ist neben der Pfarrkirche St. Andreas auch das äußerst interessante Hüttenmuseum Thale. Der Besucher erhält hier anhand von Produkten und Modellen eine Vielzahl an Informationen über die mehr als 300 jährige Entwicklung der Eisenverhüttung und Eisenverarbeitung von einer Blechhütte im Jahre 1686 bis zum industriellen Großbetrieb des 20. Jahrhunderts. Diese hat den Aufstieg der Stadt wesentlich beeinflusst und ihr zu ihrem heutigen Erscheinungsbild verholfen. Auch ist das DDR-Museum in Thale ein Ausflugsziel, das mit seinem Schwerpunkt auf die Wohn- und Alltagskultur in der DDR die ehemalige Geschichte für Groß und Klein erlebbar macht.